Tja, da sitzt man nichts ahnend im Geschäft, ärgert sich das die Systeme nicht funktionieren und dann passieren Sachen mit denen man im Leben nicht gerechnet hat. Wie viele von euch wissen, arbeite ich in einer Notrufzentrale am Flughafen Stuttgart. Seit wir unsere Telefonnummern vom Anbieter A auf Anbieter B umstellen, haben wir nur Probleme und tagelange Ausfälle. Den Namen der Firma welche uns solche Probleme verursacht, nenne ich bewusst an dieser Stelle nicht. Sonst kriege ich wieder einen Anruf von deren Anwalt. Denn dieses Unternehmen mag es gar nicht wenn man die Wahrheit sagt, vor allen Dingen wenn diese negativ ist.
Genau für diesen Fall haben wir einen Notleitstand eingerichtet, diese übernimmt die Rufanlage wenn es in der Zentrale Probleme gibt. Nach dem wir den ganzen Tag Probleme mit der Anlage hatten, gab es am Abend eine Telefonkonferenz. Das ist nichts Besonderes, denn die gibt es öfters, doch das Ergebnis dieser Telko hat sogar mir die Sprache verschlagen, und wer mich kennt der weiß, dass man sich etwas einfallen lassen muss um mich zum Schweigen zu bringen.
Direkt nach der Telko, ich wollte gerade in Pause gehen, fing mich meine Teamleitung ab, und bat mich zum Gespräch. Sie erklärte mir, dass der Ernstfall eingetreten ist, und dringend jemand nach Berlin fliegen muss um die Kollegen dort zu unterstützen. Bis mindestens Montag wäre ich dann von zu Hause weg.
Ich hatte natürlich kein Problem damit ein solches Abenteuer zu erleben, mein Problem war nur das ich panische Flugangst hatte und auch noch nie geflogen war. Wir einigten uns darauf, dass ich nachschaue, wie es mit Bahnverbindungen ausschaut. Doch diese Möglichkeit erwies sich schnell als unmöglich. Denn aufgrund der Hochwasser ist die ICE Strecke Richtung Berlin wohl teilweise gesperrt. Noch dazu hätte die Fahrt 6 Stunden und 39 Minuten gedauert. Der Flug war mit 1 Stunde 15 Minuten also wesentlich schneller, klar ich brauchte ein Taxi vom Flughafen zum Sony Center aber das war ja aufgrund der Notsituation alles kein Problem.
Da ich das Unternehme ja nicht im Stich lassen kann, habe ich mich also auf meinen ersten Flug eingelassen. Am nächsten Tag ab zum Flughafen, Gepäck abgeben einchecken und dann erst Mal ab in Apotheke. Die Apothekerin empfahl mir dann normale Reisetabletten da diese auch gleich beruhigen. Ich solle einfach nur eine nehmen das würde erst Mal für vier Stunden reichen, da ich ja einen wesentlich kürzeren Flug hatte, brauchte ich mir hier also keine Sorgen machen, und nicht mehr nachdosieren. Ich weiß nicht was in den Tabletten drin war, aber sie haben wirklich schnell gewirkt, denn ich wurde ungewöhnlich ruhig.
Auf jeden Fall saß ich dann da und wartete auf die Maschine, das einsteigen und anschnallen war kein Problem. Den Start fand ich auch noch Klasse, genial wie man da in den Sitz gedrückt wird, doch dann kamen die Luftlöcher. Der Herr neben mir erklärte mir, dass er jede Woche diese Strecke fliegt, aber solche Turbulenzen habe er auch noch nicht mitbekommen. Wir reden hier von der Strecke Stuttgart nach Berlin und nicht über einen Flug auf die andere Seite vom großen Teich.
Ich weiß nicht wie, aber ich habe es tatsächlich überlebt, und bin gut am Flughafen Berlin Tegel gelandet. Wenn Ihr diese Zeilen lest, werdet ihr sicherlich schnell verstehen warum es in den letzten Tagen hier so ungewohnt ruhig war. Morgen werde ich euch weitere Zeilen über meinen Aufenthalt in Berlin schreiben, unter anderem werde ich auch über verschiedene Sehenswürdigkeiten und vieles mehr berichten. In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen wunderschönen Abend, und sende euch die besten Grüße aus der Hauptstadt Berlin.


